Das Wichtigste in Kürze
- Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft; Anträge sind nicht mehr möglich. Ab 2027 wird das Programm nicht fortgeführt (Stand: Oktober 2026).
- In Wien fördert die Wirtschaftsagentur Digitalisierungsprojekte von KMU mit bis zu 50 % der Kosten, höchstens 50.000 € – als nicht rückzahlbarer Zuschuss.
- Anträge sind bis 31. Dezember 2026 möglich. Ob und wie das Programm 2027 weitergeht, ist noch nicht bekannt.
- Mit dem Projekt darf erst nach dem Antrag begonnen werden. Einzelmaßnahmen, Standardsoftware und Webshops allein werden nicht gefördert.
Was mit KMU.DIGITAL passiert ist
KMU.DIGITAL war seit 2017 das bekannteste Förderprogramm für die Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen in Österreich, getragen vom Wirtschaftsministerium und der Wirtschaftskammer. Laut offizieller Programmseite ist das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft; Anträge für Beratungs- und Umsetzungsförderung sind nicht mehr möglich. Wegen der Budgetkonsolidierung des Bundes wird das Programm ab 2027 nicht fortgeführt.
Für Unternehmen heißt das: Wer ein Digitalisierungsprojekt plant, muss auf andere Programme ausweichen – vor allem auf die der Bundesländer.
Wien: Förderprogramm „Digitalisierung“ der Wirtschaftsagentur
Die Wirtschaftsagentur Wien fördert Digitalisierungsprojekte, die auf einem nachvollziehbaren Digitalisierungsplan aufbauen – etwa die Digitalisierung von Einkauf, Produktion, Logistik, Personalwesen, Kundenverwaltung, Zahlungsabwicklung oder Versand. Die Eckdaten laut Programmdokument:
| Förderprogramm Digitalisierung | |
|---|---|
| Für wen | Kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen mit Betriebsstätte in Wien seit mindestens einem Jahr; die Wertschöpfung muss überwiegend in Wien erbracht werden |
| Förderart | Nicht rückzahlbarer Zuschuss (De-minimis) |
| Förderquote | bis zu 50 % der anerkannten Projektkosten |
| Förderung | höchstens 50.000 € |
| Mindestprojekt | 10.000 € anerkannte Kosten |
| Laufzeit | bis zu 2 Jahre |
| Einreichung | bis 31. Dezember 2026; Stichtage 2026: 31. März, 30. Juni, 30. September, 31. Dezember |
| Auswahl | Wettbewerb: Die Anträge werden nach veröffentlichten Kriterien bewertet |
Was gefördert wird – und was nicht
Förderbar
- Entwicklung und Einführung digitaler Lösungen durch externe Dienstleister
- Beratung bei Umsetzung und Einführung des Digitalisierungsprojekts
- Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Kurskosten)
- Software und Lizenzen
- Hardware, Geräte und Systeme, die für das Projekt nötig sind
Nicht förderbar
- Einzelmaßnahmen ohne Gesamtkonzept
- Standardsoftware, Standardhardware und Webshops als Einzelmaßnahme
- reine Ersatzinvestitionen
- eigene Arbeitszeit (aktivierte Eigenleistung) und laufende Betriebskosten
- Rechnungen mit förderbaren Kosten unter 200 € netto
Eine neue Website allein ist damit kaum förderbar. Infrage kommen Projekte, die Abläufe wirklich verändern – zum Beispiel die Anbindung von Online-Bestellungen an Lager und Buchhaltung, ein Kundenportal, die Umstellung auf E-Rechnungen oder eine KI-Lösung, die Anfragen vorsortiert.
So bereiten Sie den Antrag vor
- Digitalisierungsplan schreiben: Welche Abläufe ändern sich, was ist das Ziel, wie messen Sie den Erfolg?
- Angebote einholen: Für Kostenpositionen über 10.000 € netto verlangt die Wirtschaftsagentur Kostenvoranschläge.
- Unterlagen sammeln: letzten Jahresabschluss bzw. Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und De-minimis-Erklärung.
- Online einreichen – ausschließlich über die Website der Wirtschaftsagentur, vor dem nächsten Stichtag.
- Erst dann beauftragen und nach Projektende innerhalb von drei Monaten den Endbericht mit Abrechnung vorlegen.
Andere Bundesländer und Bundesprogramme
Auch andere Bundesländer und Förderstellen des Bundes haben Programme für Digitalisierung und Innovation; Ausschreibungen öffnen und schließen allerdings laufend. Einen aktuellen Überblick über Förderungen von Bund und Ländern bietet das Transparenzportal des Finanzministeriums. Prüfen Sie dort und in den Richtlinien der jeweiligen Stelle, ob ein Programm gerade offen ist.
Häufige Fragen
Gibt es KMU.DIGITAL 2027 noch?
Nein. Laut offizieller Programmseite ist das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ausgeschöpft, und das Programm wird ab 2027 wegen der Budgetkonsolidierung des Bundes nicht fortgeführt (Stand: Oktober 2026).
Wie viel Förderung bekomme ich in Wien für ein Digitalisierungsprojekt?
Im Programm „Digitalisierung“ der Wirtschaftsagentur Wien bis zu 50 % der anerkannten Kosten, höchstens 50.000 €. Das Projekt muss mindestens 10.000 € förderbare Kosten haben. Die Förderung ist ein Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen, solange das Projekt wie beantragt umgesetzt und abgerechnet wird.
Wird eine neue Website gefördert?
Als Einzelmaßnahme in der Regel nicht. Gefördert werden Projekte, die Geschäftsabläufe digitalisieren. Eine Website oder ein Webshop kann Teil eines solchen Projekts sein, wenn sie mit weiteren Abläufen verbunden ist.
Kann ich schon anfangen und später einreichen?
Nein. Mit dem Projekt darf nicht vor Antragstellung begonnen werden, und nur Kosten nach Antragstellung und Projektstart sind förderbar.
Quellen
- KMU.DIGITAL – offizielle Programmseite
- Wirtschaftsagentur Wien – Fördercockpit: Programm Digitalisierung
- Wirtschaftsagentur Wien – Programmdokument Digitalisierung (Rahmenrichtlinie 24+)
- Transparenzportal – Förderungen von Bund und Ländern
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